AKTUELL IN ARBEIT

Projekt: Schattenseiten der Fürsorgeerziehung
2018 / 2019

Die Wiener Heime der Volkshilfe

Die von der Volkshilfe betriebenen Kinderheime Altenberg und Pitten sind im Zuge der Aufarbeitung der Geschichte der Kinderheime immer wieder in Zusammenhang mit Gewalt und Missbrauch genannt worden. Die Volkshilfe hat daher ein Forschungsteam beauftragt, eine sozialhistorische Untersuchung dieser Heime durchzuführen. Zentrale Aufgabe des Forschungsteams ist die Erstellung einer Studie, die sich nicht nur der Aufklärung und Aufarbeitung der Thematik Gewalt und Missbrauch widmet – sondern auch deren Ursachen und Verantwortlichkeiten beforscht. In die Arbeit einfließen sollen der Stand der Forschung, Grunddaten zur Volkshilfe und zur Fürsorgestruktur in Wien sowie zahlreiche Narrativerzählungen der ehemaligen Heimkinder und anderer Zeitzeugen. Die Lebensumstände der Betroffenen sollen aus einer Eigenperspektive heraus erkennbar gemacht werden. Auch der Frage des langen Zeitraums des Verschweigens der Vorgänge soll nachgegangen werden.

Forschungsteam: Dr. Michael John (Linz), Dr. Marion Wisinger (Wien), Dr. Siegfried Göllner (Wien)

Fertigstellung: 2021

 

Projekt: Studie über Gewalt und Missbrauch in den Heimen der Caritas Oberösterreich

Die Caritas Oberösterreich unterstützt die Aufarbeitung der massiven Vorwürfe bezüglich Gewalt und Missbrauch in ihren Heimen und Einrichtungen. Das Projekt setzt sich mit den Gründen und Bedingungen von Gewalt in den Einrichtungen der Caritas von 1945 bis in die Gegenwart auseinander. Die auf ereignisgeschichtlicher und struktureller Ebene durchgeführte Forschungsarbeit soll im Besonderen wesentliche Fragen nach der Verantwortung und den Ursachen der Entwicklung von fortdauernder Gewalt in den Heimen der Caritas beantworten. Die unmittelbar aus der Zeit des Nationalsozialismus bis weit in die Zeit danach vorherrschenden abwertenden Haltungen in Bezug auf Randgruppen und die im Graubereich agierenden kirchlichen Einrichtungen im Zusammenspiel mit Politik und Verwaltung bedürfen daher dieser vertiefenden Betrachtung bis in die Gegenwart. Die hier intendierte Forschungsarbeit soll die durch den sogenannten Heimskandal bekannt gewordene Parallelgesellschaft der Kinder- und Behindertenheime in Österreich aufarbeiten, Verantwortlichkeiten aufzeigen und die Konstanten von Gewaltausübung gegen bestimmte stigmatisierte Personengruppen unter bestimmten Voraussetzungen benennen. 

Fertigstellung: Oktober 2019

 

ABGESCHLOSSENE PROJEKTE 

Endbericht Kommission Wilhelminenberg 

Im Zuge der historischen Aufarbeitung der Heimerziehung in Wien in der Nachkriegszeit wurden gravierende Vorwürfe gegen das Heim der Stadt Wien, Schloss Wilhelminenberg (das 1977 geschlossen wurde) erhoben. Die Vorwürfe betrafen organisierte Vergewaltigung sowie andere Formen schwerer physischer und psychischer Gewalt. Die Stadt Wien setzte die Kommission mit dem Auftrag ein, die erhobenen Vorwürfe aus Sachverständigensicht hinsichtlich individueller und institutioneller Verantwortung zu prüfen und einen Bericht über das Ergebnis der Untersuchung zu erstellen.

Wissenschaftliche Koordination: Dr. Marion Wisinger

Mitglieder der Kommision: Dr. Barbara Helige (Vorsitzende), Dr. Michael John (stellvertr. Vorsitzender), HR Dr. Helge Schmucker, DDr.Gabriele Wörgötter

Endbericht der Kommission Wilhelminenberg, Juni 2013 – http://www.kommission-wilhelminenberg.at/presse/jun2013/Bericht-Wilhelminenberg-web_code.pdf

 

Forschungsbericht: Das Wiener Kinderheim Hohe Warte in der Zeit des Nationalsozialismus und der Nachkriegsjahre. Verortung und Rekonstruktion. 

Im Auftrag von Zukunftsfonds der Republik Österreich, Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus, Stadt Wien, MA11 

Projektleitung:  a. Univ.Prof. Dr. Michael John, Dr. Marion Wisinger 

Fertigstellung: September 2017 

Text auf Anfrage wisinger@aon.at